Balou

Liebes Tierheimteam,

hier ist Balou. Ich wollte mal ein Lebenszeichen von mir schicken.

Nun lebe ich schon ein Jahr hier in meiner Familie und ich muss sagen: Mir geht es hier gar nicht schlecht.

Aber von vorn. Meine neuen Menschen haben mich zum Glück ganz schnell aus dem Tierheim abgeholt. In meinem neuen Zuhause fühlte ich mich schon bald wohl und natürlich war ich neugierig, was es außerhalb des Hauses alles zu entdecken gab. Aber….. dann kam so ein verrückter Hund vom Nachbarn auf mich zugelaufen, dass ich mich so erschrocken habe und Reißaus genommen habe. Das Blöde daran war: Ich wusste den Weg zurück nicht mehr und so kam es, dass ich mir zwei Nächte im Freien um die Ohren schlagen musste, bis sie mich endlich wiedergefunden haben. Das war vielleicht eine Aufregung.

Danach war ich erstmal vorsichtiger und habe nur den Garten und die nahe Umgebung erkundet. Doch inzwischen gehört mir die Welt.

Meine Menschen habe ich auch gut erzogen. Ein Maunzer, am besten vor der Schlafzimmertür, und ich darf rein oder raus. Das macht einen Heidenspaß sag ich euch.

Na gut, manchmal verstehen mich die Menschen noch nicht so ganz. Zum Beispiel wenn ich noch nicht genügend Leckerlis bekommen habe und deshalb maunzen muss. Oder wenn mal wieder nicht das richtige Essen serviert wird. Inzwischen müssten sie doch wissen, dass ich Hühnchen über alles liebe. Und trotzdem versuchen sie mir manchmal Rind oder Fisch unterzujubeln. Das geht gar nicht.

Im Großen und Ganzen geht es mir hier aber hervorragend. Nur ab und zu erschrecke ich mich noch ganz schön, wenn sich jemand schnell bewegt. Aber das wird sicher auch noch vorbeigehen.

Und ich liiiiiiebe es, zu kuscheln. Zum Glück lieben meine Menschen das auch. Außerdem finde ich es prima, dass sie so viel ratschen. Dann fällt es nämlich gar nicht auf, wenn ich auch ständig etwas zu erzählen habe. Von meinen Abenteuern draußen muss ich schließlich berichten. Und wenn ich die Familie im Haus suche, dann muss ich eben etwas lauter maunzen. Verständlich, oder?

Was mein Frauchen übrigens auch üüüüber alles liebt, ist, wenn ich ihr bei der Büroarbeit helfe. Da gibt es so ein Ding, das klackert die ganze Zeit, und dann bewegt sich etwas am Fernseher. Herrlich!

Nur manchmal sagt sie, dass ich auf der falschen Taste stehe. Verstehe gar nicht, was sie damit meint. Schließlich möchte ich doch nur helfen.

Im Übrigen machen mir Gewitter und Regen überhaupt nichts aus. Und bei der Affenhitze habe ich zum Glück viele kleine schattige Plätzchen im Garten. Da kann man es richtig gut aushalten. Besonders unter den Sträuchern oder mitten im Beet, was meine Menschen allerdings nicht immer so toll finden.

Mittlerweile habe ich auch feste Kontrollrunden eingerichtet. Morgens muss ich erstmal nach dem Rechten sehen, die Vögel beobachten und prüfen, ob alle Pflanzen noch an ihrem Platz stehen. Man hat schließlich Verantwortung. Danach ist meistens eine ausgiebige Ruhepause fällig. So ein Katzenleben kann ganz schön anstrengend sein.

Allerdings bin ich jetzt mal gespannt, wie es mir geht, wenn meine Familie für drei Wochen in den Urlaub fährt. Da kommen zwar ganz liebe Leute zum Versorgen, aber es ist eben nicht meine Familie. Mal sehen, wie ich damit zurechtkomme. Ich werde euch davon berichten.

Bis dahin wollte ich euch einfach wissen lassen, dass es mir gut geht. Ich habe ein Zuhause gefunden, in dem ich geliebt werde, einen Garten zum Erkunden, viele Kuscheleinheiten und Menschen, die mich genauso nehmen, wie ich bin.

Viele Grüße und ein kräftiges Miau

Euer Balou 🐾

P.S.: Falls jemand fragt: Hühnchen ist immer noch die beste Erfindung der Welt. Und Leckerlis kann man eigentlich nie genug bekommen. 😺